AfA aktuell · Rubrik 1
Flucht & Vertreibung
Die geopolitische Lage und die anhaltenden Konflikte haben eine der größten und am längsten andauernden Vertreibungskrisen weltweit verursacht. Der bisherige Verlauf zeigt eine dramatische Entwicklung:
A. Stand Ende 2021 (nach dem Machtwechsel)
- Flüchtlinge weltweit: Ende 2021 waren weltweit 2,6 Millionen afghanische Flüchtlinge registriert (UNHCR 2024).
- Konzentration in Nachbarländern: Davon hielten sich 2,2 Millionen Menschen in den direkten Nachbarstaaten auf (UNHCR 2024).
- Binnenvertriebene: Es gab 3,5 Millionen Binnenvertriebene innerhalb Afghanistans, zu denen allein im Jahr 2021 nochmals 800.000 neu vertriebene Personen hinzukamen (UNHCR 2024). Frauen und Kinder stellten rund 80 Prozent der afghanischen Flüchtlinge dar (UNHCR 2024).
B. Verlauf bis Mitte 2026
- Flüchtlinge weltweit: Ende 2025 waren weltweit rund 3,7 Millionen afghanische Flüchtlinge im Ausland registriert (UNHCR 2026).
- Hauptaufnahmeländer: Die Nachbarländer tragen weiterhin die Hauptlast; allein im Iran leben rund 1,6 Millionen und in Pakistan etwa 1,3 Millionen geflüchtete Afghanen (UNHCR 2026).
- Dramatische Rückkehrwelle: Seit Ende 2023 führt der immense Druck (Abschiebungen und Repressalien) in den Nachbarländern zu massiven Rückkehrerströmen. Allein im Jahr 2025 kehrten rund 2,9 Millionen Afghanen – meist unfreiwillig – in ihr Heimatland zurück (UNHCR 2026).
- Lage im Land: Innerhalb Afghanistans verbleiben trotz der Rückkehrwellen weiterhin rund 3,2 Millionen Menschen als Binnenvertriebene im eigenen Land (UNHCR 2026).
Quellen
- UNHCR – UN-Flüchtlingshilfswerk (2026): Global Trends. Forced Displacement in 2025. unhcr.org
- WB – World Bank (2026a): Afghanistan Development Update, Spring 2026. Press release “Afghanistan’s Economy Shows Resilience but living standards are falling”. worldbank.org